NIS-2, digitale Identitäten und operative Sicherheit ab 2026
Mit der NIS-2-Richtlinie, dem Cyber Resilience Act und eIDAS 2.0 bzw. der europäischen digitalen Identitätsbrieftasche (EUDI-Wallet) wird digitale Sicherheit in Europa verbindlich. Ab 2026 greifen diese Regelwerke voll in der operativen Praxis – nicht mehr als Leitlinien, sondern als durchsetzbare Anforderungen.
January 21, 2026

Mit der NIS-2-Richtlinie, dem Cyber Resilience Act und eIDAS 2.0 bzw. der europäischen digitalen Identitätsbrieftasche (EUDI-Wallet) wird digitale Sicherheit in Europa verbindlich. Ab 2026 greifen diese Regelwerke voll in der operativen Praxis – nicht mehr als Leitlinien, sondern als durchsetzbare Anforderungen.
Für Unternehmen heißt das: Ab 2026 gelten Sanktionen, Haftungsrisiken und persönliche Verantwortlichkeiten der Geschäftsleitungen uneingeschränkt. Aufsichtsbehörden können Verstöße dann unmittelbar sanktionieren, Bußgelder verhängen und organisatorische Defizite beanstanden. Digitale Sicherheit wird damit zu einer zentralen betriebswirtschaftlichen und regulatorischen Steuerungsgröße.
Besonders betroffen ist der europäische Mittelstand. Unternehmen, die bislang nicht als Betreiber kritischer Infrastrukturen galten, fallen ab 2026 erstmals klar und überprüfbar unter die NIS-2-Richtlinie. Für sie stellt sich nicht mehr die Frage, ob gehandelt werden muss, sondern wie regulatorische Anforderungen dauerhaft, technisch belastbar und gegenüber Aufsichtsbehörden nachweisbar umgesetzt werden können. Übergangslösungen, informelle Prozesse und rein dokumentationsbasierte Ansätze verlieren ab 2026 ihre Schutzwirkung.
NIS-2: Vom Randthema zur Managementverantwortung
Seit Ende 2024 ist die NIS-2-Richtlinie in Kraft. Ab 2026 werden Verstöße nicht mehr nur beanstandet, sondern sanktioniert. Die Richtlinie erweitert den Kreis der verpflichteten Unternehmen erheblich und verschärft zugleich die Anforderungen an Governance, Risikomanagement und Nachweisfähigkeit.
Allein in Deutschland fallen über 30.000 Unternehmen neu oder erstmals explizit unter NIS-2. Betroffen sind mittelständische Unternehmen ab etwa 50 Mitarbeitenden in Sektoren wie Energie, Wasser, Abfallwirtschaft, Produktion, Logistik, Ernährung, Gesundheitswirtschaft, digitale Dienste und bestimmte industrielle Zulieferbereiche.
Neu ist dabei nicht nur der Umfang, sondern die Logik der Regulierung:
NIS-2 verlangt nachvollziehbare, überprüfbare und dokumentierbare Maßnahmen. Unternehmen müssen jederzeit belegen können
· wer Zugriff auf welche Systeme hat,
· auf welcher Grundlage Berechtigungen vergeben wurden,
· wie Vorfälle erkannt, gemeldet und behandelt werden,
· und wie organisatorische Verantwortung geregelt ist.
Damit rückt ein Bereich in den Mittelpunkt, der lange unterschätzt wurde: digitale Identitäten und Zugriffskontrolle.
Warum Identitäten zum Schlüssel der NIS-2-Umsetzung werden
In klassischen IT-Sicherheitsmodellen dominierten Netzwerke, Firewalls und Perimeter-Schutz. In hybriden Infrastrukturen mit Cloud-Diensten, mobilen Endgeräten, externen Dienstleistern und Homeoffice-Strukturen greifen diese Modelle nicht mehr.
NIS-2 trägt dieser Realität Rechnung. Die Richtlinie fordert explizit:
In der Praxis lässt sich das nur über Identity- und Access-Management-Strukturen umsetzen. Digitale Identitäten werden damit zum zentralen Kontrollpunkt regulatorischer Sicherheit. Wer Identitäten nicht korrekt steuert, kann NIS-2 nicht erfüllen.
Gerade im Mittelstand zeigen sich hier strukturelle Defizite: Viele Unternehmen arbeiten mit historisch gewachsenen Benutzerkonten, geteilten Zugängen, fehlendem Offboarding oder unklaren Rollenmodellen. Solche Strukturen waren lange geduldet – unter NIS-2 werden sie zum unmittelbaren Haftungsrisiko.
Der NIS-2-Mittelstandsmarkt: Dringend, groß, unterversorgt
Der sogenannte „NIS-2-Mittelstandsmarkt“ ist eines der am stärksten unterschätzten Felder der europäischen Cyber- und Sicherheitsregulierung.
Ein Großteil der betroffenen Unternehmen weiß Anfang 2026 noch immer nicht:
Gleichzeitig fehlt es an standardisierten, praxistauglichen Lösungen. Viele Angebote richten sich entweder an Großkonzerne oder bleiben auf Beratung, Audits und Dokumentation beschränkt. Doch NIS-2 lässt sich nicht „wegberaten“. Ohne technische Umsetzung bleibt Regelkonformität formell, aber nicht belastbar.
Genau hier entstehen neue Einsatzgebiete für integrierte Sicherheits- und Identitätslösungen.
Regulierung braucht Technologie – nicht nur Prozesse
Ein zentraler Irrtum vieler Unternehmen besteht darin, NIS-2 primär als Dokumentations- und Organisationsaufgabe zu betrachten. Tatsächlich verlangt die Richtlinie jedoch technische Kontrolle.
Regelkonformität entsteht nicht durch Richtlinien allein, sondern durch Systeme, die:
Ohne solche Systeme lassen sich weder interne Kontrollen noch externe Prüfungen belastbar durchführen. Für Geschäftsleitungen bedeutet das: Verantwortung kann nicht delegiert werden, wenn die technische Grundlage fehlt.
KOBIL-Produkte im Kontext der NIS-2-Umsetzung
KOBIL entwickelt seit Jahrzehnten Sicherheits- und Identitätslösungen mit dem Anspruch, regulatorische Anforderungen technisch umzusetzen – nicht nur formal zu erfüllen. Alle KOBIL-Produkte halten europäische Datenschutz- und Sicherheitsstandards ein und sind konform mit regulatorischen Vorgaben wie DSGVO, NIS-2 und eIDAS 2.0.
KOBIL SuperApp: Digitale Identität als souveräne Vertrauensschicht
Die KOBIL SuperApp bündelt digitale Identität, sichere Kommunikation, Authentisierung und transaktionale Prozesse in einer durchgängigen Architektur. Für NIS-2-betroffene Unternehmen ermöglicht sie eine klare Zuordnung von Identitäten, Rollen und Zugriffsrechten über Organisations- und Systemgrenzen hinweg. Identitätsbasierte Zugriffskontrolle wird damit nicht zur Insellösung, sondern zur zentralen Steuerungsebene.
KOBIL mPower: Kontrollierter digitaler Arbeitsplatz
KOBIL mPower bildet die Grundlage für einen souveränen digitalen Arbeitsplatz, in dem Identität, Anwendungen, Dokumente und Genehmigungsprozesse zentral zusammengeführt werden. Für den NIS-2-Mittelstand ist insbesondere die integrierte Nachvollziehbarkeit relevant: Zugriffe, Freigaben und Veränderungen werden strukturiert abgebildet und auditierbar gemacht. Sicherheit und Regelkonformität sind dabei von Beginn an Teil der Architektur.
KOBIL AppShield: Schutz mobiler Anwendungen unter regulatorischen Vorgaben
Mobile Anwendungen sind zunehmend Teil kritischer Geschäftsprozesse – oft ohne ausreichenden Schutz. KOBL AppShield adressiert dieses Risiko. Die Lösung schützt bestehende mobile Apps auf Binär-Ebene, ohne Code-Änderungen, und ermöglicht damit regelkonformen Einsatz auch unter NIS-2-Bedingungen. Angriffe, Manipulationen und Missbrauch werden erschwert und nachvollziehbar erkannt.
Gemeinsam adressieren diese Lösungen einen zentralen Punkt der Regulierung: technisch durchsetzbare Kontrolle.
Ausblick 2026: Von Compliance zu operativer Resilienz
NIS-2 ist kein einmaliges Projekt, sondern der Einstieg in eine dauerhaft verschärfte Sicherheits- und Haftungsregime. Weitere Regelwerke wie der Cyber Resilience Act werden diese Entwicklung verstärken. Unternehmen, die jetzt nur das Mindestmaß umsetzen, werden in kurzer Zeit erneut nachrüsten müssen.
Der nachhaltige Weg besteht darin, Sicherheit, Identität und Zugriffskontrolle als strategische Infrastruktur zu verstehen – vergleichbar mit Finanz- oder Produktionssystemen. Wer diese Kontrolle beherrscht, erfüllt nicht nur regulatorische Anforderungen, sondern gewinnt operative Stabilität und Handlungsspielraum.
Key Facts: NIS-2 und der europäische Mittelstand 2026


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